Dieses Backhaus ist Teil eines großen Anwesens, das 1781 von Christoph Friedrich Bodamer, einem direkten Vorfahren des heutigen Besitzers, erbaut wurde und unter Denkmalschutz steht. Im Jahre 1813 wurde das Wasch- und Backhaus erbaut, um das es hier geht. Viel später kam auch noch ein weiteres, kleineres, ans Haupthaus angebaute Wohnhaus, dazu. Besonderheit dieses Gebäudes war, dass es direkt über dem Förtel-Bach stand. Dieses Haus musste in den 70er Jahren dem Ausbau der Liebenzeller Straße weichen. Bestimmt wurde das Backhaus ursprünglich seinem Zweck entsprechend genutzt, später diente es aber über lange Zeit nur noch als Abstellkammer.

 

Die Wiederinbetriebnahme des Backhauses durch Barbara Keppler und ihren Bruder Ulrich in den 70er Jahren wurde ausgelöst durch einen Backkurs der VHS und der Anfrage, ob Barbara nicht einen solchen Kurs in ihrem Haus und Ofen durchführen könnte. Kursleiter und das zuvor genutzte Backhaus in Enzklösterle waren nämlich nicht mehr verfügbar. Gesagt, getan - und daraus ergab sich eine kleine Gruppe, die lange Zeit immer Mittwoch abends sich zum Backen traf. Gesundheitliche Gründe haben dann vor einigen Jahren die Nutzung beendet.

 

 

Der heutige Besitzer Fritz Keppler ließ zwischenzeitlich im Dachbereich einige dringend nötige Sicherungsmaßnahmen zur Erhaltung der Bausubstanz durchführen. Er und besonders seine Schwester Eva Leuthold waren dann auch die treibende Kraft, den Ofen wieder in Betrieb zu nehmen. Ein erster Test Ende 2006 zeigte, dass die Gebrauchstüchtigkeit des Ofens nach wie vor gegeben ist. Im April 2007 trafen sich dann einige Teilnehmer der früheren Gruppe zu einem Probebacken, was zur vollsten Zufriedenheit Aller verlief. Eva hat dann mich angesprochen und gewonnen, um das Anheizen zukünftig zu übernehmen und weitere Mitbäcker zu gewinnen. Hierzu siehe auch das Backhaus-Tagebuch.

 

Man kann zweifellos sagen, dass viele Hobbybäcker nur auf eine Chance gewartet haben, Brot nach alter Väter, oder besser Mütter Sitte zu Backen. Diesen Wunsch gibt es auch in anderen Gemeinden und Backhäuser werden sogar neu erbaut. Wir sind also in der sehr glücklichen Lage, im Ort noch einen fast 200 Jahre alten funktionsfähigen Holzofen zu haben und und diesen nutzten zu dürfen. Seit Frühjahr 2007 wurden und werden nun alle 14 Tage öffentliche Backtage veranstaltet. Ein Verein, der sich der Förderung des traditionellen Backens im Holzofen verschrieben hat, wurde am 25.1.2008 gegründet.